Camillo Gamnitzer, Die Schwalbe 2024
Position: 8/1Pp1Bp2/1P3R2/1pNpk3/2pn4/2Q2pR1/1PBP1p2/3Knrrb w - - 0 1
 
selfmate in 5

Black: c7, f7, b5, d5, Ke5, c4, Nd4, f3, f2, Ne1, Rf1, Rg1, Bh1
White: b7, Be7, b6, Rf6, Nc5, Qc3, Rg3, b2, Bc2, d2, Kd1

Thematische Verführung:
1. La4? (2. Sd7+) bxa4!

1. Lb3!! (2. Sd7+ Ke4 3. Dxd4+! Kxd4 4. Tf4+ Kd3
5. Lc2+! Switchback; Sxc2#)
1. - cxb3 → u. a. "Masse-Kraft-Transformation"
2. Txf3? (3. Sd7+ 4. Dd3+ Sxd3#) Lxf3!
2. Tg4? (3. Sd3+) Txg4!
Um den Sc5 "scharf" zu machen, bedarf es eines ungleich(!) subtileren Plans...
2. b8S! (3. Db4!! ~ 4. Sc6+! Sxc6 5. Sd3+) cxb6 (3. - bxc5)
Damit ist die letzte "Final-Weiche" gestellt:
3. Ld6+! Kxf6
4. Sbd7+(!) Kf5
5. Dd3+ Sxd3#

Thematische Verführung:
2. Db4? (3. b8S usw.) cxb6! 

Zusätzliche Verführung:
2. Kc1!? (3. Txf3/Tg4 Lxf3/Txg4 4. De3+ L/Te4
5. Sd3+ Sxd3#; 6. De1??) Txg3!

Fernab neudeutscher Norm, doch von fesselnd genrespezifischer Intensität! (Linzer Problemrunde)

Hartmut Laue, sinngemäß: Diesem Urteil kann ich nur zustimmen. Die Aufgabe wäre mit Sicherheit als Probierstein des Gehirns bei der Löse-Weltmeisterschaft hochwillkommen, auch bei der Deutschen Löse-Meisterschaft. Eine auffällige selbstmattypische Ingredienz, was die zum Tragen kommenden Effekte der Züge betrifft, ist die hier "unfassbar" angedrohte(!) stille Entfesselung des sSd4, da Weiß im Selbstmatt mehr damit gedient ist, daß der sS (nach c6) ziehen kann als daß das Springerschach auf c6 ein Mattzug wäre! Niemals würde Weiß im Direktmatt, außer bei Pattvermeidung, absichtlich einen sS entfesseln, damit dieser beweglich wird. Und das Motiv des Schlüssels, Sorge tragend, daß der sK ein Fluchtfeld bekommt - das ist ebenso selbstmattypisch. Selbiges gilt für die ganze Matrix mit dem umzingelten sK, weil eine solche Massierung weißer Kräfte viel zu "gefährlich" wäre; 1.Sd7, Tf5, De3 sind drei bereitliegende Mattzüge. Und von Zweckreinheit u.ä. würde ich in diesem besonderen Fall gar nicht erst reden; es würde den Blick in die falsche Richtung lenken!